Dr. Jekyll und Fräulein Hyde
Humorvolle Inszenierung begeistert das Publikum
Wer sich ausgehend von Robert Louis Stevensons Novelle auf einen Gänsehaut-Abend bei der Theater-AG des Kopernikus-Gymnasiums eingestellt hatte, lag völlig falsch. Mit dem Stück „Dr. Jekyll und Fräulein Hyde“ – einer urkomischen Parodie des Originals – bereiteten die Darsteller unter Regie von Felix Reil und Anna Warnecke dem Publikum einen ausgesprochen unterhaltsamen Abend.
Der tollpatschige Wissenschaftler Dr. Jekyll (Marieke von Staden) arbeitet an einem Trank, der die ewige Jugend verspricht. Doch als das etwas schusselige Hausmädchen Missy (Lanea Krtschil) den Trank versehentlich verunreinigt, kommt beim Selbstversuch alles anders als geplant. Dr. Jekyll verwandelt sich in eine weibliche, selbstbewusste Variante: Fräulein Hyde (Charlotte Miklosch). Während Mrs. Lanyon, Mrs. Utterson (beide dargestellt von Charlotte Köhler) und Mrs. Poole (Lina Demuth) schnell ahnen, dass mit dieser Person etwas nicht stimmt, ist Lord Carey (Enes Yanar) sofort über beide Ohren verliebt. Die komplizierte Situation gerät dann völlig außer Kontrolle, als andere von Dr. Jekylls Trank probieren und auch noch der gruselige Jack the Ripper (Jonathan Weiß) die Straßen Londons unsicher macht. Da können auch die zwei schusseligen Inspektoren von Scottland Yard (Jule Kaak und Jonathan Weiß) nicht mehr helfen.
Gekonnt brachten die Schülerinnen und Schüler den Sprachwitz und die Situationskomik des Stücks auf die Bühne und sorgten damit immer wieder für große Lacher beim Publikum – und das vor einer Kulisse, die einen direkt nach London ins Labor Dr. Jekylls versetzte. Kleine Schreckmomente in Anlehnung an das Original gab es aber doch, nämlich dann, wenn Jack the Ripper auf der Suche nach „leichten Mädchen“ (Denise Nohr und Minna Rettenmaier) durchs Publikum schlich.

